Ein unvergessliches Weihnachtsfest
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Ein unvergessliches Weihnachtsfest
Ein unvergessliches Weihnachtsfest
Ich habe gelernt, dass Weihnachten sich nicht überall zeigt.
Mancherorts schreit es. Anderswo flüstert es. Und es ist Letzteres, was einem in Erinnerung bleibt.
Die Weihnachtsfeste, an die ich mich am besten erinnere, waren weder hektisch noch überplant. Sie wurden vielmehr von den Orten geprägt, an denen ich wohnte – Hotels, die die Weihnachtszeit instinktiv verstanden. Kein Überfluss, keine aufgesetzte Fröhlichkeit. Einfach nur Atmosphäre, Wärme und Raum, um den Moment zu genießen.
Das sind die Orte, an denen sich Weihnachten nicht wie ein Ereignis anfühlte – es fühlte sich eher wie ein Geisteszustand an.
Zürich: Wo man sich im Winter sicher fühlt
Zürich zur Weihnachtszeit strahlt eine stille Zuversicht aus. Der Schnee sammelt sich würdevoll an, der See spiegelt fahles Winterlicht wider, und die Stadt fordert nie Aufmerksamkeit – sie bietet sich einfach an.
Im Baur au Lac fühlte sich Weihnachten wunderbar beschaulich an. Der private Park dämpft den Lärm der Stadt, und man merkt erst, wie selten so etwas ist, wenn man sich darin befindet. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war die Ruhe: Spaziergänge am See am späten Nachmittag, die Rückkehr in die sanft beleuchteten Zimmer, ohne jemals das Gefühl zu haben, gehetzt oder beobachtet zu werden. Das Personal schien zu verstehen, dass Weihnachten nicht organisiert werden muss – es braucht Raum.
Hoch über der Stadt bot das Dolder Grand etwas ganz Besonderes. Schnee auf den Terrassen, Nebel, der sich zwischen den Bäumen auflöste, die Stadt weit unten. Die Tage hier drehten sich ganz natürlich um Wärme – den Spa-Bereich, die Kamine, die langen Pausen zwischen den Mahlzeiten. Es wirkte wie im Film, ohne aufgesetzt zu sein. Weihnachten mit Weitblick.
Filme: Wenn der Berg das Tempo vorgibt
Flims erinnerte mich daran, dass Weihnachten keinen Schmuck braucht – es braucht Stille.
Im Schweizerhof Flims gab die Natur den Rhythmus vor. Morgens draußen in der klaren Luft, die Wälder schwer vom Schnee, jene Kälte, die die Sinne schärft. Nachmittags glitt man sanft in die Wärme des Spas, in Stille. Abends fühlte man sich die Auszeit verdient – gutes Essen, gedämpftes Licht, keine Hektik.
Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war das Gefühl von Geborgenheit und Erdung. Weihnachten hier hat mich nicht abgelenkt – es hat mir neue Kraft gegeben.
Wien: Tradition ohne Entschuldigung
Wien interpretiert Weihnachten nicht neu – es bewahrt es.
Im Hotel Sacher herrschte eine wohltuende Atmosphäre, in der nichts dem besonderen Reiz geopfert worden war. Die Rituale wurden beibehalten. Kaffee am Nachmittag war nicht optional – er wurde erwartet. Die Abende wirkten feierlich, ohne steif zu sein. Das warme Ambiente, die vertraute Musik, der stille Stolz, Dinge korrekt auszuführen.
Ich fühlte mich weniger wie ein Gast als vielmehr wie ein Teilnehmer. Weihnachten hier fühlte sich wie ein Erbe an.
London: Grandeur, sanft behandelt
London liebt Weihnachten, aber es kann auch sein Es ist anstrengend, wenn man es zulässt.
Der Aufenthalt im Mandarin Oriental Hyde Park änderte das. Die Stadt pulsierte, doch das Hotel schirmte den Trubel ab. Draußen im Hyde Park fühlte man sich wie in einer Oase der Ruhe. Drinnen war der Service intuitiv, die Räumlichkeiten wirkten geschützt, und man wurde nie zum Mitmachen gedrängt.
Ich erinnere mich an einen Spaziergang durch den Park in der Abenddämmerung, Frost unter den Füßen, und daran, wie ich dann in einen warmen, ruhigen Ort zurückkehrte, während die Stadt draußen vor den Fenstern glitzerte. Weihnachten, aber entschärft.
Die Weihnachtsfeste, an die ich mich in Erinnerung zurückerinnere, sind nicht die lauten.
Sie sind geprägt vom Licht des Winters, von durchdachten Räumlichkeiten und von Hotels, die wussten, wann sie sich zurücknehmen mussten.
Wer die richtigen Dinge auswählt, braucht keine Planung für Weihnachten.
Es passiert einfach – und bleibt einem noch lange in Erinnerung, nachdem der Baum verschwunden ist.



